14 Damen zwischen 50 und 81 lernten an 2 Kursabenden das Surfen im WWW und die Grundzüge von E-Mail kennen. Da die meisten keine Computerkenntnisse hatten, mussten zunächst der Umgang mit der Maus und die Benutzung der wichtigsten Befehls- und Cursortasten gelernt und eingeübt werden. Auch ein paar englische Grundbegriffe sind unumgänglich, und inzwischen weiss jede Teilnehmerin mit "surfen", "Provider", "Email", "Browser", "linken", "Homepage" usw etwas anzufangen. Der Wissensdurst war so gross, dass am 2. Kursabend das geplante Ende 19 Uhr kurzerhand um eine ganze Stunde auf 20 Uhr verschoben wurde.
Von der Mehrheit der Damen kamen sowohl der Wunsch nach einer baldmöglichen Weiterführung des Kurses mit Wiederholung und weiteren Themen, als auch nach neuen Einführungskursen für weitere Seniorinnen, die erst einmal die Erfahrung ihrer Freundinnen abwarten wollten. Die meisten Teilnehmerinnen trauten sich am Ende des Kurses zu, Computer an öffentlich zugänglichen Orten zu benutzen, sobald solche zur Verfügung stehen.
Eine Möglichkeit der Internetnutzung kann ohne grossen Aufwand in SeniorInnen-Einrichtungen geschaffen werden ( zB im Caroline-Rheineck-Haus und in den Zentren für Betreutes Wohnen), wenn in einem der Räume ein Computer mit Wählverbindung ins Internet aufgestellt wird. Die NutzerInnen können ihre Bankgeschäfte "online" erledigen, sich über Bus- und Bahnverbindungen, Postgebühren oder Reiseangebote, örtliche und überörtliche Veranstaltungen informieren. Auch zu jedem beliebigen Thema finden sich weltweit eine Fülle von Informationen im Netz, so dass für jede das Passende dabei ist. Über Email sind praktisch kostenlos Briefe überall hin möglich, über "Chat" können Unterhaltungen per Tastatur mit Menschen überall auf der Welt zu jeder Tages- und Nachtzeit geführt werden.
Am günstigsten sind solche Projekte mit Hilfe von Sponsoren zu verwirklichen, die einen oder noch besser zwei Rechner einer Senioreneinrichtung zur Verfügung stellen. Denkbar wäre zB eine Zusammenarbeit mit mm-privat, dem Online-Zugang der Memminger Zeitung, und mit Firmen aus der Computerbranche und aus anderen Bereichen wie zB Banken.
Aufbau und Wartung der Computer vor Ort und die notwendigen Schulungen werden von Komm ins Netz eV sichergestellt. Nach erfolgreichem Anlaufen des Projekts kommt bald Selbsthilfe in Betracht, indem bereits erfahrenere InternetsurferInnen den absoluten AnfängerInnen bei den ersten Schritten am Computer helfen.
Das Internet eignet sich von der Konzeption her ausgezeichnet gerade für die Bedürfnisse und auch Einschränkungen von älteren Menschen. Es wird Zeit, dass das Netz vom Schwerpunkt der Interessen junger männlicher Menschen zum Informationsmedium und Spiegel einer Gesellschaft wird, die sich auch in den Inhalten dieses neuen Mediums findet. Dazu gehören zu über 50% Frauen und in zunehmenden Maße auch ältere Menschen, die bislang im Internet nur eine ganz untergeordnete Rolle haben und als Zielgruppe oftmals gar nicht wahrgenommen werden.
Bei dem Elan und der Aufgeschlossenheit der Teilnehmerinnen, die den ersten Einführungskurs absolvierten, ist das Internet als interessantes Medium für SeniorInnen nur einen Mausklick entfernt.
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